Hörtheater 2020

Wir können ganz schön Theater machen…auch während Corona!

Menschen Geschichten zu erzählen, ihnen Freude zu bereiten, Zuschauer*innen zum kritischen Denken anzuregen oder sie dazu zu bewegen, sich mit der menschlichen Natur, mit Gut und Böse, mit gesellschaftsrelevanten Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen, all dies ist unser Ziel.

Im Fach Theater werden Themen zunächst intellektuell und kritisch beleuchtet und in einem kreativen Erarbeitungsprozess auf die Bühne gebracht.

Dieser Prozess fordert Vertrauen in die eigene Person, den eigenen Körper und den Mut, alle Nuancen und Facetten  der menschlichen Stimme und Emotionen zu offenbaren, was eine echte Herausforderung darstellt. Diese Herausforderung haben alle mit Spaß und Enthusiasmus angenommen und umgesetzt.

Es braucht aber auch das Vertrauen in die Gemeinschaft und ein gemeinsame Ziel.

Allen Widrigkeiten zum Trotz verfolgt die Theatergruppe der 10m die Realisierung ihres Projektes!

Vielleicht ist gerade JETZT der richtige Zeitpunkt, sich die Fragen nach dem Sinn und den Werten des menschlichen Daseins zu stellen. Was ist uns wichtig? Was wollen wir mit unserer Lebenszeit anfangen? Diese und viele andere Fragen haben uns seit Beginn des Schuljahres umgetrieben.

Aber Theater ohne Publikum? – So suchten die Schülerinnen nach einer anderen Präsentationsform!

Unermüdlich wurde diskutiert, geschrieben, umgeschrieben und schlussendlich eine Hörversion produziert. Unter dem Werktitel „Nehmen Sie Platz“, wird nun das Ergebnis der Arbeit in wöchentlichen Folgen ans Ohr der Schulgemeinschaft gebracht!

Unter Zuhilfenahme einfachster technischer Möglichkeiten und Aufnahmebedingungen haben es die Schülerinnen geschafft, gemeinsam ihr Ziel zu erreichen!

Allein das ist schon einen Applaus wert!!!

Jasmin Messer, Fachleitung DS

Nehmen Sie Platz – Kapitel 1 – Theaterkurs der 10m
Nehmen Sie Platz – Kapitel 2 – Theaterkurs der 10m
Nehmen Sie Platz – Kapitel 3 – Theaterkurs der 10m

Wie bunt und lebhaft das Auffinden von kreativen Alternativen ist, wenn die eigentlichen Pläne durchkreuzt werden, beweist außerdem die Theatergruppe der Klasse 10a!

Ein als Szenencollage entworfenes Stück, welches sich um die Herrschaft des schottischen Tyrannen Macbeth und sich daraus entwickelnde Facetten von Ordnung und Chaos, Schein und Realität dreht, wird, kaum hat das neue Schulhalbjahr begonnen, von der neuen Alltagsrealität der darstellenden Schüler der 10 a heimgeholt. Es ist, als wäre das Theater nicht länger der Ort eines alten Dramenstoffes, sondern eine Möglichkeit sich mit der neuen Realität unter „Covid-19“ auseinander zu setzen geworden, mit täglichen Weissagungen, Verschwörungstheorien, Masken und nicht zuletzt der Notwendigkeit sich, wie auch Lady Macbeth, gründlichst immer wieder die Hände zu waschen. Die Schülerinnen nehmen all dies offen, mit Humor und vielen theatralen Ideen in ihren Aufführungsprozess hinein; es gelingt ihnen, den neuen Alltag in das neue Stück einfließen zu lassen: die Hauptfiguren verwandeln sich in der obskuren neuen schulischen Realität, von Homeschooling bis Teamviewer, zu McKess und seiner Lady McKess. Es geht um nichts Geringeres, als der neuen Situation den Kampf anzusagen und sich von den täglichen Weissagungen der Hexen nicht allzu sehr irritieren zu lassen – denn schließlich hält die neue Zeit nicht nur Grauen sondern auch eine Menge Einfälle und ungeahnter Perspektiven bereit.

A. Puschert